
Willkommen im Jahr des Ochsen
Ich war mir durchaus der Tatsache bewusst, dass die Chinesen das Schießpulver erfunden haben. Außerdem ist mir auch klar, dass die Chinesen feiern und das am liebsten in der Farbe rot... Was mir nicht klar war ist, dass der Ausspruch meiner Kollegen durchaus seine Berechtigung hat: An chinese new year ist Krieg in Shanghai!!
Die Chinesen interessieren sich nicht so sehr für unser Datum des Jahreswechsels, sondern leben nach ihrem "chinesischen Mondkalender". Und genau der ist es, der am 26.01. das Jahr des Ochsen einläutet.. Nein, sagen wir durch ein Inferno an Knallern ankündigt. Tatsächlich freute ich mich sehr über das Feuerwerk, da es sozusagen mir zu Ehren veranstaltet wurde :-)
Ja, am 25. feierte ich meinen Geburtstag. Ich sage jetzt nicht, wie alt ich geworden bin. Für die Kenner des chinesischen Mondkalenders wird es ausreichen zu wissen, dass ich im Jahr des Affen geboren bin! (Was sich nach ausgiebiger Lektüre übrigens als sehr positiv herausstellte!!)
Der Jahreswechsel war wie gesagt sehr laut und farbenprächtig. Leider habe ich den Höhepunkt komplett verschlafen.
Das Jahr des Ochsen ist zwar nicht so sehnsüchtig erwartet worden wie das Jahr des goldenen Schweins, aber auch der Ochse verspricht gute Anzeichen für das neue Lebensjahr, da er für harte Arbeit und guten Ertrag steht. Verlässlichen Quellen zufolge soll es im Jahr des goldenen Schweins überdurchschnittlich viele Geburten gegeben haben, da Schweinejahrgeborene dem Mythos nach reich werden. Und wenn die Chinesen eines für ihre Kinder tun können, dann ist es das Mindeste sie in das richtige Jahr zu gebären.
Beim Spaziergang im Yu Garten entdeckten Heiko und ich eine extrem kitschige Deko an der berühmten Zickzackbrücke, die in liebevoller Kleinstarbeit von Chinesen erstellt wurde und den Touristen (und bestimmt auch den Chinesen) erklärt, dass das Jahr vier Jahreszeiten hat (Acht echt!) und der Ochse in all jenen an der harten Arbeit der Menschen (Felderbestellen etc.) beteiligt ist und dementsprechend auch gewürdigt werden muss! Foto raus - na klar. ich stell mich tourlike davor!
Der Yu Garten ist eine nette Abwechslung zum Shanghaiflair und könnte, wenn er nicht zu sehr von englisch- und deutschsprechenden Langnasen überlaufen wäre, sehr erholsam sein. 30 RMB kostet der Eintritt, was schon fast eine Unverschämtheit ist aber hey, was tut man nicht alles für die Denkmalpflege. Das umliegende Viertel ist eine Tourimeile, die aus typischen chinesischen Häusern besteht, die alle mit Souvenierhändlern besetzt sind. "Watchbags!" "Come on Lady, looki looki!" - ich kann es nicht mehr hören und sage souverän: wo tschü ja li! Ich wohne hier!! Aha, ich sehe wie es in dem Hirn der Chinesin klickt und sie mich auf chinesisch anspricht. Leider verstehe ich das dann nicht mehr; habe mir aber fest vorgenommen bald Unterricht zu nehmen. Mein neuer Stundenplan wird es sicherlich zulassen.
Jetzt habe ich eine Woche Ferien und dann gehts wieder los. In der Schule läuft alles gut, ich bin sehr zufrieden...
Bald gibts weitere Neuigkeiten!! Viele Grüße aus Shanghai!!!!
